Grußwort Thomas Habermann, Landrat Rhön-Grabfeld

Grußwort

„RaumZustände“
Bildhauerei heute

Die drei beteiligten Orte in Rhön-Grabfeld
07.07. – 04.11.2018

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

Kunst braucht zur Entfaltung künstlerische Freiheit und Raum um sich zu präsentieren. Heutzutage aber im verstärktem Maße auch ein gut funktionierendes, kulturelles Netzwerk. Mit der Triennale IV „RaumZustände“, unter der Federführung von Frau Andrea Brandl, ist es zusammen mit mehreren Partnern gelungen die Präsentation zeitgenössischer Kunst in ihren vielgestaltigen Ausprägungen und den historischen wie aktuellen Voraussetzungen sowohl in der Kunsthalle wie auch in der Region abzubilden. Bedingt durch die historisch gewachsenen Gegebenheiten nehmen an diesem innovativen Gemeinschaftsprojekt drei bedeutende Orte in Rhön-Grabfeld teil: Die Staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauer, das Künstlerdorf Langenleiten und das Kreiskulturzentrum Kloster Wechterswinkel. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit nutzt nicht nur Knowhow und Ressourcen jeder einzelnen Einrichtung, generiert so potentielle Synergien, sondern sie ermöglich vor allem einen umfassenden Blick auf die unterschiedlichen Äußerungen gegenwärtiger Bildhauerei in all ihren Facetten zu werfen.

Die Staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauer liegt am Fuße des Kreuzbergs im Tourismusort Bischofsheim a.d. Rhön und inmitten des Biosphärenreservats.  Damit ist sie Teil eines Lebensraums, der sich durch den sorgsamen Umgang mit Tradition und Natur auszeichnet und zugleich für eine nachhaltige Entwicklung von Mensch und Wirtschaft steht. Dies entspricht auch dem historischen Selbstverständnis der Schule. 1852 als "Holzschnitzschule" gegründet, sollte diese Ausbildungsstätte ursprünglich der Rhöner Bevölkerung das Schnitzhandwerk als weitere Einkommensquelle eröffnen. Anfang der 1970er Jahre setzte mit dem Bildhauer Philipp Mendler als neuen Leiter eine Neuausrichtung der Schule ein. Heute umfasst die Lehre traditionelle Techniken ebenso wie aktuelle Formensprachen. Vom 16.-21.07.2018 findet dort u.a. ein Bildhauersymposium statt.

Das Bildhauerdorf Langenleiten, am Südhang des Kreuzbergs gelegen, steht exemplarisch für die Entwicklung, wie sich auf dem Fundament des Handwerks die traditionelle Holzbildhauerei hin zur zeitgenössischen Kunst entwickelte. Das Dorf beheimatet Absolventen der Holzbildhauerschule in Bischofsheim sowie der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, die nach dem Studium wieder in die Rhön zurückkehrten und hier ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt gründeten. 2014 machte Langenleiten mit der Einweihung des Kunstangers überregional auf sich aufmerksam. Der Ort weist heute die größte Atelierdichte in Franken auf. Im Zeitraum von Juli bis September beteiligt sich das Künstlerdorf u.a. mit einem Tag der Offenen Ateliers mit Ausstellungen und Musik in den Höfen am Begleitprogramm der Triennale IV.

Das einstige Frauenkloster Wechterswinkel, um 1140 im Besengau nördlich von Bad Neustadt a.d. Saale gegründet, ist seit 2008 Kreiskulturzentrum. Einen Schwerpunkt bildet die Präsentation zeitgenössischer Bildhauerei, regional wie überregional. In diesem Jahr feiert das Kloster sein 10jähriges Bestehen als Kreiskulturzentrum und kann auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung zurückblicken. Inzwischen ist diese Einrichtung eine wichtige Institution für Unterfranken geworden.

Mit der Ausstellung „Fundamente. Philipp Mendler, Wegbegleiter und Schüler“ vom 13.07. bis 04.11.2018 rückt das Kloster Wechterswinkel jene Jahrzehnte in den Blickpunkt, die für die Holzbildhauerschule eine neue künstlerische Ausrichtung bedeuteten. Mendler, einst selbst in Bischofsheim ausgebildet, wurde nach seinem Studium in Nürnberg und seinem Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom zum neuen Leiter der Schule. Dort vollzog er mit innovativen Ideen und Mut den Wandel von der Schnitzschule zur Berufsfachschule für Holzbildhauer. Durch ihn erlebte die Schule ab 1973 einen enormen Aufschwung und wachsende Schülerzahlen.

Ich möchte mich herzlich bei allen Beteiligten bedanken, die dieses innovative Projekt auf den Weg gebracht und verwirklicht haben: Bei Herrn Oberbürgermeister Sebastian Remelé, wie bei der Verantwortlichen für das Gesamtprojekt Frau Andrea Brandl und bei Frau Dr. Barbara Kahle als Kuratorin. Ebenso bedanke ich mich bei dem Künstler Ehepaar Heike und Klaus Metz aus Langenleiten und bei der Berufsfachschule für Holzbildhauer unter der Leitung von Herrn Kurt Hassfurter, bei Herrn Martin Bühner und Herrn Michael Kühnert, wie auch bei Frau Dr. Astrid Hedrich-Scherpf als Leiterin der Kulturagentur.

Für die Förderung und finanzielle Unterstützung durch die Unterfränkische Kulturstiftung bedanke ich mich bei Herrn Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Herrn Prof. Dr. Klaus Reder. Insbesondere geht mein Dank für die Förderung, auch im Namen der drei beteiligten Einrichtungen im Landkreis Rhön-Grabfeld, an die Sparkassenstiftung Bad Neustadt a.d. Saale und an den Kulturfonds Bayern.

Der Besucher kann sich nun mutig, gepaart mit Neugier, daranmachen die gegenwärtige Kunst aus Franken zu entdecken.

Ich wünsche Ihnen viel Freude dabei!

Ihr
Thomas Habermann
Landrat Rhön-Grabfeld